Die Solarterrasse als Energielieferant

Wenn man bei seinem Haus den Anbau eines Terrassendaches durchführt, kommt dem einen oder anderen auch die Idee, ein solches Dach mit Solar-Modulen auszustatten, um damit eigenen Solarstrom eventuell zu erzeugen. Eine solche Bestückung von Terrassen mit Solar stellt eine solche Konstruktion jedoch vor ganz andere Anforderungen, als dies bei den normalen Solarmodulen der Fall ist.

Solarterrasse

Die Voraussetzungen für eine Solarterrasse

Eine der wichtigsten Voraussetzungen hierbei ist, dass die Solar-Module einer Solarterrasse lichtdurchlässig sind. Im Fachjargon bezeichnet man diese Lichtdurchlässigkeit auch als Transluzenz. Eine solche Lichtdurchlässigkeit erfüllen nur transparente oder auch semitransparente Module. Hier wird auch Licht durchgelassen, wenn es nur einen sehr geringen Lichteinfall gibt. Im Umkehrschluss spenden solche Module bei einem starken Lichteinfall auch Schatten.

Dabei gibt es eine Vielzahl von Gestaltungs- und Aufbaumöglichkeiten. So stehen hier beispielsweise quadratische Zellen zur Verfügung, welche dann in einem vorher bestimmten Abstand zueinander angeordnet werden können. Auch gibt es transparente ‘Zellen für Terrassen mit Solar, welche dann nach den Vorstellungen des jeweiligen Kunden eingefärbt werden können. Dabei sind die Zellen entweder in Glas oder in transparentem Tedlar gefasst. Auch die Ausführung in PVB oder EVA einlaminiert ist möglich.

Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass durch die erforderlich Lichtdurchlässigkeit diese Modul-Ausführungen bei einer Solarterrasse nicht den Wirkungsgrad von den konventionellen Modulen erreichen. Auch sind solche Module für Terrassen mit Solar, die sehr lichtdurchlässig sind, wesentlich teurer als die normalen Module. Auch ist zu beachten, dass die in Glas gefassten Ausführungen wesentlich schwerer sind und somit gibt es auch eine erhöhte Anforderung an die jeweilige Statik des Terrassendaches.

Erhöhte Anforderungen durch eine dort eingesetzte Überkopfverglasung

Wenn es sich bei Terrassen mit Solar um ein Holzdach handelt, so wird dort der Fachbegriff Überkopfverglasung verwendet. Dabei müssen wiederum ganz bestimmte Regeln zum Einbau beachtet werden. Die Einbaurichtlinien sind für Überkopfverglasungen in den “Technischen Richtlinien für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen” (kurz gefasst TRLV) zusammengefasst. Diese Vorschriften umschreiben die genauen Anforderungen an die Solar-Module in Bezug auf Winddruck, Schneelasten, Windsog und andere Lastelemente.

Zusätzlich müssen solche Module, die dann überkopf auf einem solchen Dach verbaut werden, auch gewissen Anforderungen, was die Bruchsicherheit anbelangt, erfüllen. Hier kommt hauptsächlich dann sogenannte Glas-Glas-Module, die aus Verbundglas mit EVA (Ethyl Vinyl Azetat) oder auch mit PVB -(Poly Vinyl Butyral) bestehen, zum Einsatz. Ebenso müssen hier zusätzliche Anforderungen an den konstruktiven Einsatz von Modulen in der Photovoltaik sowie thermischen Solaranlagen und Solarkollektoren beachtet werden.

Für Terrassenüberdachungen steht keine Einspeisevergütung zur Verfügung.

Nach der aktuellen Auslegung der derzeit geltenden Richtlinien für eine Einspeiseregelung durch das EEG gibt es hier keine entsprechende Vergütung, weil die Gestaltung eines solchen Terrassendaches normalerweise nur zu Schattenbildung durchgeführt wird und kein Schutz von Tieren, Menschen oder Sachen, wie es das EEG vorsieht, hier vorhanden ist. Eine Ausnahme gibt es hier nur, wenn die Terrassenüberdachung ein fester Bestandteil des Gebäudes ist und mit dem auch verbunden wird. Das ist dann der Fall, wenn beispielsweise der Träger, der als tragende Säule im Haus vorhanden ist, weiter nach außen versetzt wird und dann dort eine Installation der Module erfolgt. Somit kann man hier den erzeugten Solarstrom nur selbst verbrauchen.

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